Kinderbehandlung

Was wir tun!

dummy1 Wir verwenden für alle unsere Instrumente und Handlungen nur positive Begriffe. Bohren, reißen etc. sind schon von vorne herein mit Angst besetzt. Wir putzen und streicheln Zähne, machen sie sauber, das ist neutral oder positiv. So gibt es in unserer Ordination auch nur Zahnputzer und Zahnstreichler. Selbst wenn das Kind sagt: "Das ist ja ein Bohrer!", bleibe wir dabei und sagen: "Das ist ein Putzer!" Nach einigem Hin und Her wird diese Umformulierung schließlich von allen Kindern akzeptiert.

Wir erklären dem Kind jeden Schritt vor der Behandlung unter Verwendung oben genannter Formulierungen. Während der Behandlung gehen wir nur so weit, wie es das Kind zulässt. Das Behandlungsziel wird mit dem Kind im vorhinein ausgemacht. Unser Ziel ist das Putzen eines Zahns oder mehrerer Zähne, das Herausnehmen eines Zahns etc.. . Das Einverständnis des Kindes kann schon einige Diskussion mit dem Kind erfordern.

In dieser Phase der Behandlung kann es auch vorkommen, dass das Kind weint, versucht vom Stuhl aufzustehen, um sich schlägt etc.. Wir halten Kinder dann mit sanftem Nachdruck im Stuhl fest, um den Körperkontakt nicht zu verlieren. Wenn das Kind merkt, dass es mit dieser Taktik sein Ziel nicht erreicht, ist in den meisten Fällen ein problemloses Weiterbehandeln möglich. Das Ausweiten eines ausgemachten Behandlungsziels ist jedoch in den meisten Fällen nicht möglich.
Wir erzählen Geschichten, mit denen wir die Kinder von der Zahnbehandlung fortführen. Manchmal lassen wir auch das Lieblingstier fliegen. Wenn unsere Sprache und die Erzählung manchmal etwas konfus klingen, so geschieht dies mit voller Absicht. Die sogenannte Konfusionstechnik (Verwirrungstechnik) ist eine der wirksamsten Methoden, um die Aufmerksamkeit Ihres Kindes von der Zahnbehandlung weg zu lenken.

Schlußendlich halten wir Ihr Kind während der gesamten Behandlung fest. Kinder brauchen während der Behandlung andauernd Körperkontakt (Halten und Beschützen). Dieses Halten geschieht liebevoll, manchmal aber auch mit dem nötigen Nachdruck. Immer jedoch so, dass wir für eine sichere Behandlung Ihres Kindes garantieren können. Wir arbeiten gerade bei Kindern sehr viel mit Grifftechniken, um dem Kind ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Das Halten des Kopfes, des Bauches, der Herzregion dient dem Schutz und der Abgrenzung. Weiters lösen manche Griffe Trance aus und vertiefen sie. (Im Wort "Schläfe" steckt das Wort "Schlaf"). Achtung: Bei besonders schwierigen Kindern wird in der Erstsitzung „nur“ eine Lehrhypnose gemacht! D.h. Es geschieht nichts im Mund sondern das Kind lernt wie Hypnose und Zahnarztbesuch funktionieren.

Spezielle Situationen

Es gibt immer wieder Situationen während der Behandlung, bei denen das Kind etwas spürt. Wir bezeichnen dieses Spüren ganz bewusst als "Kitzeln" oder "Zwicken" und nicht als Schmerz. Bitte übernehmen Sie unsere Bezeichnungen, um Ihr Kind nicht nach der Behandlung, wenn es sich bereits wieder gut fühlt, etwa mit der Frage: "Hat es weh getan?" - an ein ungutes Gefühl zu erinnern. Entscheidend für eine gute Erfahrung beim Zahnarzt ist nicht die Behandlung, sondern das Gefühl, das ihr Kind beim Verlassen des Stuhls und unserer Ordination hat.

Deshalb verwenden wir nach der eigentlichen Zahnbehandlung einige Zeit dazu, um das Kind in einen positiven und guten Zustand zu bringen. Wir fragen Ihr Kind, wie es sich jetzt fühlt und nicht wie die Zahnbehandlung war. Damit helfen wir Ihrem Kind positive Erfahrungen beim Zahnarzt zu sammeln. Verstärken Sie diesen Eindruck, indem Sie Ihr Kind loben, wie toll es alles gemacht hat.

Auf eine ganz spezielle Situation möchte ich noch zum Schluss eingehen:

90 % der Behandlungen laufen in einer angenehmen und ruhigen Atmosphäre ab, das heißt, das Kind macht einen ruhigen und zufriedenen Eindruck.

In Ausnahmesituationen (Behandlung akuter Schmerzen, eitriger Entzündungen) kommt es jedoch vor, dass ein Kind zu schreien beginnt. Für die Eltern stellt dies eine sehr unangenehme Situation dar. Aus diesem Grund möchte ich auf die sogenannte "Schreitrance" etwas näher eingehen, um Ihnen zu helfen, auch mit dieser Situation umgehen zu können.

Wir benutzen das Schreien des Kindes, um es gezielt in eine noch tiefere Trance zu führen. Während dieser Trance ist für unser Team nicht entscheidend, ob das Kind laut ist, sondern ob es den Zahn ruhig hält und sich behandeln lässt. Das ist für uns das wichtigste Kriterium, die Behandlung fortzusetzen oder abzubrechen. Durch das Schreien werden alle Sinneskanäle zum Gehirn des Kindes blockiert bzw. überlastet. „Wenn ich lauter bin als der Putzer in meinem Mund, höre ich ihn nicht“. Auch alle Schmerzbahnen werden blockiert, daher spürt das Kind eigentlich nichts. Diese Schmerzkontrolle wird auch durch das Hyperventilieren (vermehrtes Ein- und Ausatmen) unterstützt. Es kommt zu einer Änderung des pH-Wertes des Blutes, dies trägt zur Schmerzkontrolle bei.

Nach Beendigung der Behandlung in dieser lauten Trance führen wir das Kind gezielt wieder in einen positiven und angenehmen Zustand. Dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Bitte geben Sie uns diese Zeit, um Ihrem Kind ein positives Gefühl zu vermitteln. Ein Eingreifen in diese Behandlung Ihrerseits kann zu einem Misserfolg führen. Im Regelfall gelingt es uns immer, das Kind mit einem positiven Gefühl und einem guten Eindruck aus der Behandlung zu entlassen.

Manche Eltern fragen nach der Behandlung, ob dies nun Hypnose gewesen sei, denn wir hätten mit dem Kind ja nur geredet. Für Eltern ist es oft nicht möglich, die Trancetiefe zu beurteilen. Dies erfordert viel Erfahrung und Übung. Kinder können z.B. mit offenen Augen in eine tiefe Trance gehen. Halten Sie sich bitte auch vor Augen, dass unser Ziel die Sanierung der Zähne und die Gewöhnung Ihres Kindes an die Behandlung ist. Beurteilen sie unsere Hypnoseleistung am Behandlungsergebnis und dem positiven Eindruck, den wir bei Ihrem Kind hinterlassen haben.

Sie bezahlen nicht nur die Hypnose, sondern auch den erhöhten Zeitaufwand, den wir brauchen um Ihr Kind zu behandeln.